Fotografie

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Die Entwicklung der Fotografie: Zwischen Tradition, KI und digitaler Souveränität

Die klassische Fotografie bietet durch die Digitalisierung großartige Möglichkeiten. Um annähernd solche fotografischen Qualitäten mit analogen Mitteln zu erreichen, musste ein Fotograf früher viel Geld in die Hand nehmen. Dennoch wühle ich gerne in der Kiste mit alten Fotos und blättere Alben durch, die älter sind als ich. Letztendlich zählt für mich das Zeitfenster, welches sich für mich öffnet, wenn ich interessiert Aufnahmen aus vergangenen Jahrzehnten betrachten darf. Die Qualität der Fotos ist dabei zweitrangig.

Ich habe ca. 2002 angefangen, digital auf Bilderfang zu gehen. Meine erste Kamera war eine Olympus C-1. Die technischen Werte waren zeitgemäß und die Preise selbst für so einen Fotoapparat recht hoch. Dennoch gelangen mit dieser Kamera gute Fotos, die noch heute vorzeigbar sind. In den Folgejahren ging die Entwicklung der Technik rasant voran. Die Kameras wurden immer leistungsfähiger. Ein wichtiger Schritt war für mich dann die Olympus C-5060. Dieser Apparat begleitete mich lange. Die Bildqualität erreichen selbst heute nicht alle Geräte dieser Klasse. Dann folgte eine erste DSLR E-420 von Olympus. Leider litt diese Kamera unter dem Trend zu kleineren Sensoren bei immer größeren Auflösungen. Die Bildqualität war brauchbar, aber nicht herausragend. Parallel dazu wurden die Kameras in den mobilen Telefonen besser.

Es spricht absolut nichts dagegen, für die alltägliche „Knipserei“ ein Smartphone zu benutzen. Ich selbst mache spontane Aufnahmen mit einem Mobiltelefon. Wer jedoch noch umfangreichen Einfluss auf die Bildgestaltung haben will und bei der späteren Bildbearbeitung Reserven benötigt, greift unverändert zu einer richtigen Kamera. Selbst Fachleute sprechen sich gegen einen Vergleich von Smartphone-Kamera und „richtiger“ Kamera aus, da jeweils meist völlig andere Zielgruppen bedient werden. Die teilweise irrwitzigen Kamerabewertungen von Smartphones möchte ich persönlich nicht ernst nehmen, erkenne dennoch ehrlich an, dass ein Smartphone im Jahr 2026 gute bis sehr gute Aufnahmen machen kann. Die Entwicklungen sind beachtenswert, wo teilweise Sensoren mit 1 Zoll Größe und hochwertige Optiken verbaut werden. Smartphones wie das Huawei Pura 80 Ultra lassen bei der Kamera selbst etablierte Hersteller blass aussehen, da völlig neue Techniken zum Einsatz kommen.

Der Einfluss von KI und Computational Photography Die heutige Smartphone-Fotografie ist jedoch stark von „Computational Photography“ geprägt. Hierbei übernehmen Algorithmen und Künstliche Intelligenz (KI) einen Großteil der Bildgestaltung. Mehrere Aufnahmen werden in Sekundenbruchteilen fusioniert, Rauschen wird künstlich entfernt und Details werden durch KI „hinzugerechnet“. Es ist eine Frage des persönlichen Geschmacks, ob diese Aufnahmen gefallen oder nicht. In einem Smartphone bestimmt sehr viel die ausgefeilte Software im Hintergrund, ob ein Foto gut aussieht. Ob das Foto noch das abbildet, was das menschliche Auge wahrgenommen hat, ist meist mehr als fraglich. Der Vorteil vieler Smartphone-Aufnahmen ist, dass der Anwender schnell und unkompliziert, sowie ohne große Nachbearbeitung vorzeigbare Ergebnisse erzielt. Aktuell ist viel Bewegung im Smartphone-Segment und so ist mit ständigen Neuerungen und Verbesserungen zu rechnen. Viele Angebote, insbesondere im oberen Preisbereich, setzen zunehmend auf sehr spezielle Kamerafunktionen. Das nimmt mitunter kuriose Auswüchse an, nur damit ein technisch gesehenes Smartphone möglichst einem Fotoapparat gleichkommt. Warum also nicht gleich zum „Original“ greifen, wenn es dem Käufer ausdrücklich um die Kamerafunktionen geht?

Vielleicht erleben daher Kompaktkameras einen Aufschwung? Sie bieten meist Funktionen für spezielle Einsatzzwecke. Je nach Modell sind moderne Kompaktkameras qualitativ einer Smartphonekamera überlegen. So eine Kompaktkamera kostet jedoch schnell mehr, als mancher Interessent für ein Smartphone ausgeben würde. In der Theorie hat eine Kompaktkamera kein „Verfallsdatum“, da die Kamera weniger vom Softwaresupport des Herstellers abhängig ist.

Für anspruchsvolle Aufnahmen ist trotz aller technischen Weiterentwicklungen eine Nikon Z5 II mit Sensor im Vollformat bei mir im Einsatz. Die Z5 II liefert für ambitionierte Hobbyfotografen in Kombination mit guten Objektiven ansprechende Fotos. Das ist der größte Vorteil der Systemkameras, dass ich abgestimmt auf das Einsatzszenario ein entsprechendes Objektiv anbringen kann. Damit erschließen sich gestalterische Möglichkeiten, die keine andere Kamera, auch keine hochpreisigen Smartphonekameras, bieten können.

Zukunft der Kameratechnik: Sensorik trifft Intelligenz Blickt man auf die kommenden Jahre, wird die technische Entwicklung bei dedizierten Kameras zwei Hauptpfade verfolgen. Zum einen die reine Sensor- und Optikleistung: Hier sind weitere Verbesserungen bei der Lichtempfindlichkeit und dem Dynamikumfang zu erwarten, besonders im Vollformat- und Mittelformatbereich. Zum anderen hält die KI auch Einzug in die Systemkameras. Moderne Prozessoren nutzen maschinelles Lernen bereits im Sucher, um Motive zu erkennen, den Autofokus auf Augen oder Tiere zu locken und Belichtungsserien intelligent zu fusionieren. Ein interessanter Trend für die Zukunft ist die „computationale Optik“. Hierbei werden physikalische Limitierungen von Objektiven (wie Verzerrungen oder Farbsäume) nicht mehr nur durch aufwendigen Glasbau, sondern durch präzise Softwarekorrekturen im Kameraprozessor ausgeglichen. Dies ermöglicht leichtere, kompaktere Objektive bei gleichbleibend hoher Abbildungsleistung – ein Gewinn für jeden, der viel unterwegs ist.

Bildverwaltung und Bearbeitung: Der Mix aus KI und Open Source Für die Verwaltung und Bearbeitung meiner Fotos habe ich mich nach Alternativen zu den großen US-Anbietern umgesehen. Die Abhängigkeit von Abo-Modellen und Cloud-Diensten, bei denen nicht immer klar ist, wo die Daten liegen, wollte ich vermeiden. Mein persönlicher Workflow kombiniert dabei moderne KI-Unterstützung mit bewährter Open-Source-Software.

Als zentrale Verwaltungssoftware setze ich auf Excire Foto. Diese Software stammt ursprünglich aus Deutschland (inzwischen Teil von ACD Systems, aber weiterhin stark im DACH-Raum verwurzelt und DSGVO-konform einsetzbar) und hebt sich durch ihren intelligenten Ansatz von der Masse ab. Das besondere an Excire Foto ist die integrierte Künstliche Intelligenz, die meine gesamte Bildbibliothek automatisch analysiert. Die Software erkennt ohne mein Zutun Motive wie Menschen, Tiere, Landschaften oder Fahrzeuge und vergibt entsprechende Schlagwörter. Auch unscharfe Bilder oder solche mit geschlossenen Augen werden automatisch markiert. Der größte Vorteil für mich ist die Suche: Statt mühsam Ordnerstrukturen zu pflegen, kann ich einfach nach Inhalten suchen (z. B. „Sonnenuntergang am Meer“ oder „Hund im Schnee“) und erhalte sofort Ergebnisse. Zudem hilft die KI bei der Bewertung der Bildqualität, sodass ich meine besten Aufnahmen schnell filtern kann. Excire Foto arbeitet dabei lokal auf meinem Rechner, meine Daten verlassen also nicht das Haus. Für die schnelle Vorauswahl und das Auffinden von Bildern ist dies für mich unverzichtbar geworden.

Für die eigentliche Entwicklung der RAW-Dateien bietet sich Darktable an. Diese Open-Source-Software ist kostenlos, läuft auf Windows, Mac und Linux und bietet einen Funktionsumfang, der mit Adobe Lightroom mithalten kann. Darktable arbeitet vollständig nicht-destruktiv und unterstützt eine enorme Bandbreite an RAW-Formaten. Da die Entwicklung von einer engagierten Community vorangetrieben wird, ist die Software stets aktuell und sicher. Eine weitere starke Alternative aus Europa ist DxO PhotoLab (aus Frankreich). DxO ist bekannt für seine herausragenden Rauschreduzierungs- und Schärfenalgorithmen (DeepPRIME XD), die oft besser funktionieren als die Konkurrenz aus den USA.

Für die pixelgenaue Bearbeitung, Retusche und Montage setze ich auf GIMP (GNU Image Manipulation Program). Als kostenloses Open-Source-Programm ist GIMP die wohl bekannteste Alternative zu Photoshop. GIMP bietet einen gewaltigen Funktionsumfang, der für 99 % aller fotografischen Aufgaben ausreicht. Von Ebenen über Masken bis hin zu komplexen Filtern und Skripten ist alles an Bord. Die Community ist riesig, wodurch es tausende kostenlose Plugins und Anleitungen gibt. Es ist unabhängig von einem Hersteller und läuft auf allen gängigen Betriebssystemen. Nachteile: Die Benutzeroberfläche wirkt im Vergleich zu kommerzieller Software oft etwas gewöhnungsbedürftig und weniger modern. Bestimmte Arbeitsabläufe, insbesondere im Bereich CMYK für den professionellen Druck oder bei nicht-destruktiven Anpassungsebenen, sind weniger intuitiv gelöst als in der Adobe-Welt. Wer jedoch bereit ist, sich etwas Zeit für die Einarbeitung zu nehmen, erhält ein Werkzeug, das keine Wünsche offenlässt – und das komplett kostenfrei. Alle diese Programme ermöglichen es mir, meine Bilder lokal auf meiner Festplatte zu verwalten und zu bearbeiten, ohne dass meine Fotosammlung in einer fremden Cloud verschwindet.

Präsentation im Internet: Austausch in der Community Wenn es darum geht, meine Fotos einem breiten Publikum zu präsentieren und Feedback zu erhalten, sind spezialisierte Fotocommunities oft der bessere Weg als allgemeine soziale Netzwerke. Im deutschsprachigen Raum ist Fotocommunity.de die etablierte Adresse. Diese Plattform bietet mehrere entscheidende Vorteile: Sie ist seit vielen Jahren am Markt, wird von Fotografen für Fotografen betrieben und legt großen Wert auf die Qualität der Bilder. Im Gegensatz zu reinen „Like“-Maschinen auf sozialen Medien findet hier ein echter Austausch statt. Nutzer können ihre Bilder in Mappen organisieren, an Wettbewerben teilnehmen und in Foren detaillierte Kritiken erhalten. Die Community ist bekannt für einen respektvollen, aber fachlich fundierten Umgangston. Zudem achtet Fotocommunity als deutsches Unternehmen auf die Einhaltung der Datenschutzbestimmungen (DSGVO). Die Server stehen in Deutschland, was ein wichtiges Kriterium für mich ist, um die Kontrolle über meine Urheberrechte und persönlichen Daten zu behalten. Für jemanden, der seine Fotos nicht nur ablegen, sondern aktiv diskutieren und sich mit anderen Enthusiasten vernetzen möchte, ist eine solche spezialisierte Community unschlagbar. Sie bietet den idealen Rahmen, um aus der isolierten Bearbeitung am PC herauszutreten und Teil eines lebendigen Netzwerks zu werden.

Die Fotografie bleibt für mich eine Balance aus technischem Fortschritt und bewusster Entscheidung. Die Technik wird immer besser, aber das „Sehen“ und die Entscheidung, was und wie man fotografiert – und wo man die Bilder aufbewahrt und zeigt –, liegt weiterhin in der Hand des Fotografen.

Personen als Beiwerk

Darf ich Personen auf Fotos abbilden?

Ich bin als Fotograf immer wieder auf öffentlichen Veranstaltungen unterwegs oder besuche belebte Orte, wo viele Personen unterwegs sind. Nicht immer lässt es sich vermeiden, dass fremde Personen mit auf die Aufnahme gelangen. Im deutschen Recht gelten diese Personen als "Beiwerk", solange sie beispielsweise nicht den Hauptinhalt  der Aufnahme bilden, sondern der Fokus auf einem Gebäude oder anderem Objekt liegt. Es kann auch passieren, dass ich selbst eine mir bekannte Person fotografiere, während sich fremde Personen im Hintergrund bewegen. Dennoch vermeide ich es soweit möglich Personen auch als Beiwerk mit zu erfassen. Mit etwas Geduld gibt es Momente wo das eigentliche Fotomotiv frei zu sehen ist. In Härtefällen kann ich mit entsprechender Software Personen im Nachgang entfernen. Fremde Personen dürfen nicht in ehrverletzender Weise dargestellt werden, auch nicht als Beiwerk. Absolut tabu ist es, Fotos von einer privaten Feier oder aus dem sonstigen persönlichen Umfeld öffentlich zu stellen. Hier stehen ohnehin meist die Gäste im Mittelpunkt und von Beiwerk kann keine Rede mehr sein. Ein sehr sensibles Thema sind Fotos mit Kindern. Zur Absicherung empfehle ich, die Eltern um Erlaubnis zu bitten die Fotos z. B. in sozialen Medien zu veröffentlichen.

Letztendlich gilt, wer einfache Grundsätze beherzigt und nicht wahllos alles online stellt, wird kaum Ärger mit dem Gesetz bekommen.

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